Das Wesentliche, was man über Diabetes bei Katzen wissen sollte

(von Lisa und Gorb)

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Dieser Leitfaden ist etwas für den Anfang. Er ersetzt auf keinen Fall die Informationen des FAQ´s und der Glossare. Er beantwortet die Fragen von Freunden und Familienangehörigen, denen wir erzählten, dass Gorb Diabetes hat. Wir werden diese Seite ergänzen, wenn es mehr Fragen gibt.

Die Informationen  dieser Seite beruhen auf unseren persönlichen Erfahrungen mit Gorb, und wir übernehmen keine Verantwortung für die Richtigkeit. Wir sind keine Tierärzte, wir sind nicht einmal Experten für Katzendiabetes. Wenn du einen wichtigen Rat wegen deiner diabetischen Katze brauchst, verlass dich nicht unbedingt auf unsere Erfahrungen. Jede Katze ist verschieden.

Es gibt einen wunderbaren FAQ über Katzendiabetes. Er wurde von Janet (und Binky) erstellt und wird regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht. Hier ist der Link: http://www.sugarcats.net/sites/jmpeerson/faq.html (auf Englisch). Die Informationen durch den FAQ sind sehr umfassend. Dort findest du auch jede Menge weiterer Links.

Lies dir auch Melissas und Popcorn (GA)´s Glossar mit Erklärungen zu den Begriffen durch, die du im Text unten findest:

http://www.gorbzilla.com/fdmb_glossary.htm  (ebenfalls auf Englisch)

Katzendiabetes? Willst du damit sagen, dass Katzen Diabetes bekommen können?

Natürlich können sie das – Hunde auch. Es gibt viele Mutmaßungen über die Ursachen. Manchmal können Medikamente (besonders jene, die Kortison enthalten) eine kurzfristige Erkrankung an Diabetes auslösen (ähnlich wie beim Schwangerschaftsdiabetes des Menschen). Andere Leute wiederum glauben, dass die schlechte Qualität der meisten Katzenfutter der Erkrankung Vorschub leisten kann (zur Information: Gorb und seine Kameraden bekamen nie Billig-Essen, immer nur Premium-Futter oder selbst hergestelltes vollwertiges Futter). Auch Fettleibigkeit kann zur Entstehung eines Diabetes beitragen. Wie gesagt, ich bin kein Experte.

Was kann man denn für eine an Diabetes erkrankte Katze tun?

Dasselbe wie für Menschen: es werden Blutuntersuchungen durchgeführt, um den Glukosespiegel zu messen, Insulin wird mit Hilfe einer Spritze gegeben, das Futter wird sorgfältig überwacht. Gorb frisst eine kohlenhydratarme Diät. Kohlenhydrate werden nämlich in Zucker umgewandelt, darum ist dies von großer Bedeutung.  Natürlich sollte das Futter wenig oder gar keinen Zucker enthalten (die meisten Ergänzungsfuttermittel, wir nennen sie auch „Leckerlis”, und sogar das Katzenfutter selbst enthalten Zucker!)

Wie nimmt man denn einer Katze Blut ab?

Sehr vorsichtig natürlich J !!

Zunächst werden gewöhnlich beim Tierarzt Blutzuckermessungen vorgenommen. Bei einer Blutzuckerkurve wird gewöhnlich nach der Injektion des Insulins alle zwei  Stunden Blut abgenommen, um zu sehen, ob das Insulin wirkt und die Blutzuckerwerte senkt. Außerdem kann man an der Kurve sehen, wie lange das Insulin wirkt.

Nach der Diagnose testen viele Katzenhalter ihre Katze selbst mit Hilfe eines Glukometers – es ist das gleiche, das man für die Anwendung bei Menschen in der Apotheke kaufen kann (Homestesting). Die Ergebnisse der Glukometer weichen zwar etwas von denen der Tierarztbefunde ab (ungefähr 10 % Abweichung ist möglich), aber du weißt definitiv, in welcher ungefähren Höhe sich die Blutzuckerwerte deiner Katze bewegen. Bevorzugte Stellen für das Entnehmen des Blutes sind bei der Katze das Ohr oder die Pfote. Mehr Infos über Hometesting findest du hier: http://www.sugarcats.net/sites/harry/index.htm  (Harry´s Seite, auf Englisch, aber mit ausgezeichneten Bildern!!)

Genau wie Menschen testen die meisten Katzenhalter  ihre Katze vor jeder Insulingabe. Da die Blutzuckerwerte stark abhängig sind von der Futteraufnahme, von einer Infektion oder von der Aktivität der Katze, ist es wichtig zu wissen, ob die Werte niedriger sind als gewöhnlich. Auf diese Weise kannst du die Insulindosis anpassen oder sogar vollständig weglassen. Wenn du  diese Messung vor der Insulingabe nicht durchführst, ist es möglich, dass deine Katze mehr  Insulin bekommt als sie benötigt. Das kann zu einer gefährlichen Unterzuckerung (Hypoglykämie) führen.

Was machst du sonst noch zu Hause, um deine Katze zu überprüfen?

Wir untersuchen den Urin - und es ist genauso witzig, wie es sich anhört J. Wir benutzen Ketodiastix. Das sind Teststreifen, die einige Sekunden lang in den Urin gehalten werden müssen und dann dementsprechend ihre Farbe verändern. Die Teststreifen, die wir verwenden, messen zweierlei: die Anwesenheit von Ketonen und wie viel Glukose in den Urin ausgeschüttet wurde. Eine nichtdiabetische Person bzw. eine nichtdiabetische Katze würden überhaupt keine Glukose im Urin haben. Der Körper produziert nämlich genug Insulin, um die aufgenommene Glukose zu verarbeiten. Wenn du Diabetiker bist, hilft dir bei dieser Umwandlung das gespritzte Insulin. Aber manchmal wird nicht alle Glukose verarbeitet und dann über den Urin wieder ausgeschieden (nicht genug Insulin oder zuviel Essen führt zu höheren Zuckerwerten).

Die Glukosemessung über den Urin ist allerdings nicht sehr effektiv, um den aktuellen Zuckerspiegel deiner Katze zu erfahren. Die Messung im Urin zeigt nur den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der vergangenen Stunden an, nämlich für die Zeit nach dem letzten Pipimachen. Du erfährst auf diese Weise nicht, wie niedrig die Zuckerwerte deiner Katze waren und weißt deshalb nicht, wie wirksam das Insulin war. Wir benutzen die Teststreifen eigentlich hauptsächlich für die Messung von Ketonen. Gorb hatte welche, und wir möchten nicht, dass sie wieder auftauchen.

Wie funktioniert das mit dem Insulinspritzen?

Gorb bekommt seine Injektionen zweimal am Tag. Die meisten Katzenhalter, die eine diabetische Katze versorgen, haben damit überhaupt keine Probleme. Es ist nicht so schlimm, wie es klingt, ehrlich!! Wenn du mal eine Katze gestreichelt hast, weißt du, dass sich das Fell ein bisschen „locker” anfühlt. Alles was du machen  musst, ist folgendes: Du hebst das Fell etwas an zu einem kleinen „Zelt” und spritzt das Insulin subkutan (unter die Haut). Das dauert nur Sekunden, und wenn du einmal über das Stadium hinaus bist:„ Verletze ich mein Tier wirklich nicht, tue ich ihm nicht weh??”, dann ist es wirklich keine große Sache mehr. Die meisten Katzenhalter verwenden kurze Nadeln, dieselben, die auch menschliche Diabetiker benutzen. Mit diesen kurzen Nadeln brauchst du keine Angst zu haben, zu tief zu stechen und eventuell den Muskel zu verletzen – das würde nämlich ein bisschen wehtun (so wie auch uns eine Spritze weh tut).

Meine Katze ist diabetisch, heißt das, sie wird früher sterben?

Nein, absolut nicht!! Wenn eine diabetische Katze reguliert ist, das heißt, wenn sie die richtige Insulinmenge bekommt und damit die Blutzuckerwerte in einem angemessenem Rahmen gehalten werden, dann ist sie genauso gesund – wenn nicht gesünder -  wie andere Katzen. Natürlich ist Gorb wegen seines Diabetes anfälliger für Komplikationen (z.B. Neuropathie, Infektionen usw.). Aber solange er reguliert ist, müssen wir nur auf die ersten Anzeichen achten. Gerade weil wir ihn so sorgfältig beobachten, stehen die Chancen gut, problematische Situationen bei ihm eher zu erkennen als bei unseren anderen Katzen. Ich kann es nicht laut  genug sagen: Diabetes bei einer Katze ist kein Todesurteil!!

Es gibt viele Tierärzte, die sich in der Behandlung diabetischer Katzen nicht so gut auskennen. Deshalb wird vielen Katzenhaltern geraten, die Katze von „ihrem Leiden zu erlösen”. Leider werden geliebte Tiere deshalb viel zu oft völlig unnötig eingeschläfert L .

Ist es teuer, eine diabetische Katze zu versorgen?

Gorb hatte bei seiner Diagnose schon Komplikationen und musste einige Zeit in der Tierklinik verbringen. Das war nicht gerade billig. Im Allgemeinen erkennen die Katzenhalter (oder der Tierarzt) aber rechtzeitig die Symptome. Dann bedarf es nur einer einfachen Blutuntersuchung, um die Vermutung zu bestätigen. Ein Fläschchen des üblichen  Insulins ist nicht teuer und wird ungefähr 4 bis 6  Wochen 

benutzt (nach dieser Zeit kann sich seine Wirkung abschwächen).

Anmerkung des Übersetzers: Wesentlich teurer sind  allerdings aus England importierte bestimmte Rinderinsuline, die in Deutschland nicht erhältlich sind.

Wir kaufen unsere Spritzen in großen Mengen ein, z.B. in 100er-Packungen. Damit kommen wir ungefähr 2 Monate aus. Durch Hometesting (selber mit einem Glukometer den Blutzuckerspiegel kontrollieren)  reduzieren sich die Tierarztrechnungen erheblich.

Anmerkung des Übersetzers: Am teuersten sind beim Hometesting die laufenden Unkosten durch die verwendeten Teststreifen. Diese sind in Apotheken recht teuer. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich gültige Teststreifen für die gängigen Glukometer wesentlich preiswerter bei eBay ersteigern lassen.

Was frisst eine diabetische Katze?

Darauf gibt es viele Antworten. Denke daran, keine Katze gleicht der anderen. Ich schreibe hier auf, womit wir bei Gorb gute Erfolge haben. Er bekommt ein Futter, das reich an Eiweiß (Protein) und niedrig an Kohlehydraten ist. Zum Frühstück und Abendbrot bekommt er kohlenhydratarmes Futter. Ungefähr 2 Stunden nach der Spritze bekommt Gorb eine Zwischenmahlzeit, entweder durch den Futterautomaten oder durch uns. Es ist wichtig für ihn, dass er diese Snacks bekommt, damit seine Blutzuckerwerte nicht zu niedrig werden, wenn wir nicht da sind oder schlafen. Gorb reagiert sehr empfindlich auf Kohlenhydrate, darum bekommt er überhaupt kein Trockenfutter, weil es wesentlich mehr Kohlenhydrate enthält als Feuchtfutter. 

Gorb und unsere anderen Katzen bekommen auch Vollwertfutter. Das heißt, wir kochen selber Biofleisch (Hähnchen /Pute), Biogemüse (grüne Bohnen, Brokkoli) und Naturreis. Wir verarbeiten es in der Küchenmaschine und fügen für Katzen wichtige Vitamine hinzu. Alle unsere Katzen lieben dieses Futter- und selbst die meisten unserer Freunde sagen, dass es wirklich sehr gut riecht. Alle unsere Katzen fressen zum größten Teil dasselbe Futter. Gorb und seine Kumpel lebten einige Jahre ausschließlich von Vollwertfutter. Momentan erlaubt es aber unser enger Zeitplan nicht, ständig selber zu kochen. Wir verlassen uns auf gutes Feuchtfutter, ergänzt durch vollwertige Zwischenmahlzeiten.

Auf welche Symptome muss ich achten, wenn ich den Verdacht habe, dass meine Katze (oder mein Hund) Diabetes haben könnte?

Da gibt es vieles- einiges ist widersprüchlich. Noch einmal sei gesagt: Keine Katze gleicht der anderen. Hier sind einige wesentliche Auffälligkeiten:

·        übermäßiges Trinken/ übermäßiges Urinieren …Gorb fing an, Wasser aus Gläsern zu trinken, die bei uns auf dem Nachttisch standen – das war schon sehr merkwürdig!

·        Gewichtszunahme: normalerweise nimmt eine diabetische Katze zunächst zu, da ihr Körper nicht in der Lage ist, die aufgenommene Glukose richtig zu verarbeiten und sie in Fett umwandelt.

·        oder Gewichtsverlust: Wenn eine Katze zu lange unreguliert bleibt, ist der Körper nicht fähig, die Glukose, die er produziert, zu verarbeiten, um Muskeln und Organe zu versorgen. Der Körper greift auf andere Energiequellen zurück, das führt zu Gewichtsverlust. Wenn diabetische Ketoazidose einsetzt, ist der Gewichtsverlust besonders auffällig. DKA bedeutet, dass der Körper beginnt,  die gespeicherten Fettreserven und Muskelgewebe abzubauen, um die Zellen des Körpers mit Energie versorgen zu können, auf diese Weise entstehen Ketone (Fettsäuren) als Abfallprodukt.

Und das antworten wir, wenn jemand sagt: „Das tut mir aber Leid, dass deine Katze so krank ist.”

Zunächst atme ich durch und denke mir, der meint es ja nur gut. Es gibt so viele Tierärzte, die sich mit Diabetes bei Katzen nicht auskennen, wie sollte da gerade mein Freund X wissen, dass Diabetes bei Katzen kein Todesurteil ist. Ich sage also: „Mein Freund, Gorb ist überhaupt nicht krank. Er ist ein insulinabhängiger Diabetiker, und wie die meisten Diabetiker, wird er reguliert mit Diät und regelmäßigen Insulininjektionen. Wahrscheinlich ist er der gesündeste Kater weit und breit!“ Und dann hole ich ein Foto wie dieses hervor und frage: „Sieht er nicht gut aus?“

 


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