Herzlich
willkommen! Kathy und Cashew (GA) stellten diese Informationen
über Ketone zusammen. Sie basieren auf der kollektiven Erfahrung der
Mitglieder des FDMB und zu einem guten Teil auf medizinischen Recherchen. So
stellten wir das „ Wie und Warum von Ketonen“ zusammen. Darin wird erklärt,
was Ketone sind und wie sie entstehen. Außerdem werden Einzelheiten über die
wesentlichen Wechselvorgänge im Körper beschrieben. Auf diese Weise kann man
der Bildung von Ketonen vorbeugend entgegenwirken.
Diese
Information steht zum Download bereit, und zum Ausdrucken und Verteilen an
Freunde (oder deinen Tierarzt), ganz wie du willst. Du kannst diese Seite auch
im Internet ansehen, so dass du sofortigen Zugang hast, wenn du sie benötigst.
Triff unten deine Wahl!
Das Wie und Warum von Ketonen ……. von Kathy und Cashew (GA)
Die
Energieversorgung des Körpers
Bevor
wir über Ketoazidose (Übersäuerung des Blutes) sprechen, möchte ich einen Überblick
geben, wie Ketone im Körper gebraucht werden. Es gibt zwei grundlegende Formen
der Energieversorgung, die der Körper anwendet, um grundlegende Körperfunktionen
aufrecht zu erhalten. Die Hauptenergiequelle ist Glukose. Diese erhält er durch
verdaute Nahrung (Kohlenhydrate). Proteine (Eiweiß) können auch in Glukose
umgewandelt werden. Dieser Prozess wird als Glukoneogenese bezeichnet. Fett wird
bei der Verdauung in Fettsäuren und Glycerol (Glycerin) zerlegt. Glycerol kann
auch in Glukose umgewandelt werden. Fettsäuren können vom Körper verbraucht
werden oder in Ketone umgewandelt werden. Zusätzlich zur verdauten Nahrung
hat der Körper Energiereserven in der Leber, das Glykogen, das in
Glukose umgewandelt werden kann, wenn es notwendig ist. Kleinere Glykogenvorräte
sind auch im Muskelgewebe eingelagert. In Zeiten extremen Bedarfs kann
Protein (Eiweiß) aus der Muskelmasse abgezogen und in Glukose
umgewandelt werden. Ebenso können Fettsäuren in Ketonkörper umgewandelt
werden. Das gespeicherte Fett im Fettgewebe wird abgebaut und in den Leberzellen
in Ketone umgewandelt.
Ketone:
Verdienen sie ihren schlechten Ruf? Wann werden sie zum Problem?
Es
scheint so, dass Ketone einen schlechten Ruf haben, da wir in Verbindung mit der
Ketoazidose so viele Probleme mit ihnen haben. Aber eigentlich werden Ketone täglich
vom Körper gebraucht, um für
wichtige Körperorgane wie zum Beispiel das Herz Energie zu liefern. Sie dienen
als eine alternative Energiequelle, wenn Glukose fehlt. Ketone helfen bei der
Glukosereservierung für Organe, die Glukose dringend benötigen, zum Beispiel für
das Gehirn. Ein Grundlevel von Ketonen ist immer
in Blut und Urin vorhanden. Wenn wir über Gewichtsabnahme und
Fettverbrennung sprechen, reden wir über die den
Gebrauch von Ketonen. Menschen, die eine Diät machen und Leute, die
irgendwo in der Wildnis gelandet
sind, verlassen sich auf Ketone, um zu überleben.
Ketone
werden erst problematisch, wenn sie die Glukose als Hauptenergiequelle ablösen.
Übermäßig viele Ketonkörper
bewirken, dass der pH-Wert des Körpers sinkt und dass das Blut übersäuert.
Dadurch entsteht eine Stoffwechselentgleisung wie die diabetische Ketoazidose.
Wenn Ketone einen solchen Level erreicht haben, dass sie mit Teststreifen im
Urin entdeckt werden können, ist Gefahr im Verzug.
Wer
lenkt den Körper und sagt ihm, wann welche Energiequelle zu nutzen ist?
Hormone
arbeiten im Körper wie Kontrolleure im Luftverkehr. Sie geben positive und
negative Anweisungen zum Energiebedarf und
für die Energieversorgung. Insulin verhindert zum Beispiel die
Entstehung von Ketonkörpern, indem es den Abbau von Fett aus dem Fettgewebe (Lipolyse)
hemmt. In der Leber verhindert es die Umwandlung von freien Fettsäuren in
Ketone. Glukagon, ein Hormon der Bauchspeicheldrüse, regt die Freigabe von natürlichem
Insulin an, das wiederum eine Ketonbildung verhindert. Bei einem Diabetiker, bei
dem kein Insulin vorhanden ist oder wo nur wenig Insulinproduktion angeregt
werden kann, regt Glukagon den Fettabbau aus dem Fettgewebe (Lipolyse) an,
steigert in der Leber die Umwandlung von Fettsäuren in Ketone (Ketogenese) und
kann eine Ketoazidose verursachen. Stresshormone wie Adrenalin (Epinephrin),
Noradrenalin (Norepinephrin) und ACTH regen zusätzlich zum Glukagon die Bildung
von Ketonen an.
Wodurch
tritt eine Ketoazidose (Übersäuerung des Blutes) ein?
Diabetische
Ketoazidose tritt ein, wenn Glukose die Körperzellen nicht erreichen kann. Der
Körper versucht das durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel auszugleichen. Dies
geschieht durch Umwandlung der Glykogenreserven in Glukose (Glukogenolyse) und
durch Bildung neuer Glukose aus Protein (Eiweiß)
und Glycerol (Glukoneogenese). Der Körper verbraucht Protein (Eiweiß),
wo immer es vorhanden ist. Entweder gewinnt er es aus
verdauter Nahrung oder er zieht es aus der Muskelmasse des Körpers heraus. Bei
einem Raubtier wie der Katze greift der Körper die Muskelmasse nur bis zu einer
bestimmten Menge an, da er seit Urzeiten weiß, dass eine Katze
noch in der Lage sein muss, zu laufen und zu jagen, um an Nahrung zu
gelangen. Somit unterstützt er bereitwillig die Bildung von Ketonen.
Insulinmangel beschleunigt die Produktion von Ketonen durch Fettabbau (Glycolyse).
Der Körper versucht auf den erhöhten Energiebedarf zu antworten,
indem er mehr Fett abbaut, um es in Ketone umzuwandeln, die als Ersatz für
mangelnde Glukose dienen sollen. Dies verursacht einen hohen Ketonspiegel im
Blut (Hyperketonämie) und eine übermäßige
Urinausscheidung, die wiederum eine Austrocknung des Körpers, Verlust von
Elektrolyten und eine Übersäuerung
des Blutes bewirkt .
Im
FDMB gebrauchte ich mal folgenden Vergleich:
Wenn
die Körperzellen hungrige Gäste auf einer Party wären und ungeduldig auf den
Pizzabäcker (= Insulin) warteten, könnte der Gastgeber (= Leber) anfangen, als
Ersatz chinesisches Essen (= Ketone) zu liefern, um die Gäste zu besänftigen.
Je länger der Pizzabäcker braucht, um Pizzas zu liefern, desto mehr
chinesisches Essen wird verbraucht.
Verhütung
von diabetischer Ketoazidose
Um
eine Ketoazidose zu verhüten, sollen alle diabetischen Katzen routinemäßig
auf Ketone hin überwacht werden, indem man den Urin mit Ketostix untersucht.
Dieses Frühwarnsystem bewirkt, dass die Ketone (falls
man welche entdeckt) rechtzeitig behandelt werden können, bevor sie sich zu
sehr vermehren und eine Ketoazidose entsteht.
Keine
oder mangelnde Futteraufnahme(Anorexie) und/oder Insulinmangel können zu einem
Glukosemangel in den Körperzellen führen, der in einer Ketoazidose enden kann.
Um Ketoazidose zu verhindern, muss eine Katze eine ausreichende
Glukoseversorgung haben und Insulin bekommen, damit die Glukose in die Körperzellen
befördert werden kann. Futterverweigerung ist ein typisches Krankheitszeichen
bei Katzen und muss bei diabetischen Katzen sehr ernst genommen werden. Selbst
wenn ihr Blutzuckerspiegel sehr hoch ist, brauchen sie Glukose, um ihren
Glykogenvorrat wieder aufzufüllen. Deine Katze muss auch unbedingt essen, damit
du ihr Insulin geben kannst. Wenn eine Katze sich weigert zu essen oder nur
wenig isst, aber hohe Blutzuckerwerte hat und du Hometesting machst (d. h. du
misst mit einem Glukometer selber den Blutzucker), kannst du eine reduzierte
Insulindosis geben, damit etwas Glukose in die Körperzellen gelangen kann und
die Ketonbildung aufgehalten wird. Wenn du kein Hometesting durchführst, ist es
schwieriger, die Wirkung der reduzierten Insulindosis zu überwachen. Das Risiko einer Hypoglykämie (Unterzuckerung)
steht dem Risiko von Ketonen gegenüber. Es ist wichtig, den Grund für die
Futterverweigerung herauszufinden. Am häufigsten kommt eine Ketoazidose vor,
wenn im Körper eine Infektion ist. Diese bewirkt, dass die Katze das Futter
verweigert. Die Infektion selbst verursacht zusätzlich einen erhöhten
Blutzuckerspiegel, weil der Körper einen größeren Energiebedarf hat, um die
Infektion zu bekämpfen. Immer wenn eine Futterverweigerung länger als einen
Tag dauert, ist ein Besuch beim Tierarzt anzuraten. Ebenso sollte das Testen auf
Ketone häufiger durchgeführt werden, wenn die Katze krank ist.
Behandlung
der Ketoazidose
Die
typische Behandlung einer Katze mit Ketoazidose besteht darin, den Flüssigkeitsverlust
auszugleichen. Das hilft beim Ausspülen der Ketone, stellt den pH Wert des
Blutes wieder her, ersetzt die Elektrolyte und bewirkt, dass der Körper wieder
beginnt, Glukose als Hauptenergiequelle zu benutzen. Üblicherweise bekommt eine
Katze Infusionen mit Elektrolyten, Glukose und mehrfachen geringen Mengen
Altinsulin, um den Glukosetransport zu den Körperzellen zu erleichtern. Außerdem
werden in der Regel Antibiotika verabreicht, da der Grund häufig eine
versteckte Infektion ist. Wenn eine Katze wieder isst und trinkt und der
Ketonbefund negativ ist, ist sie auf dem Weg der Besserung.
Hier
findest du Links zu Websites auf Deutsch, auf denen du dich noch mehr über
Insulin, Ketone und Ketoazidose informieren kannst. Sie sind für menschliche
Diabetiker geschrieben, aber das Prinzip der Entstehung von Ketonen und von
Ketoazidose ist das gleiche.
http://www.3sat.de/nano/glossar/insulin.html
http://www.medizinfo.de/diabetes/diawert6.htm
http://www.netdoktor.at/krankheiten/Fakta/diabetische_ketoazidose.htm
http://www.netdoktor.de/krankheiten/fakta/diabetische_ketoazidose.htm
http://www.chrostek.de/teupe/keto.html
http://www.medizinfo.de/diabetes/diasto3.htm
http://www.diabeticus.de/cgi-bin/showfaq.pl?faq_48.html