Informationen
über Insulinresistenz (von Melissa und Popcorn GA)
Wir haben alle schon von Insulinresistenz gehört und möchten gerne wissen, was das ist und
wie häufig so etwas wirklich vorkommt – es ist ein Wort, das man immer wieder
zu hören bekommt. Angeregt durch ihren Kater Popcorn hat Melissa diesen
Leitfaden geschrieben, damit wir verstehen, was Insulinresistenz verursachen
kann. Sie bezieht sich dabei auf die
Erfahrungen, die sie mit Popcorn gemacht hat.
Es gibt viele Ursachen für eine angebliche
„Insulinresistenz”, eingeschlossen echte Insulinresistenz, die
allerdings sehr selten ist.
Popcorn war ein Kater, der sich SEHR schwer
regulieren ließ. Jeder Tierarzt erklärte ihn für „insulinresistent”.
Viele Monate lang bekam er täglich 32 IE Insulin (wir mussten ihm seine
Spritzen dreimal täglich geben, um wenigstens den Anschein zu erwecken, seine
Blutzuckerwerte unter Kontrolle zu haben.)
Es war für uns sehr schwer herauszufinden, worauf
er ansprach und worauf nicht. Mehr als ein Jahr nach seiner Diagnose fanden wir
endlich unsere Lösung. Mit einem strengen Futterzeitplan, dem Zusatz von
Altinsulin und mit PZI–Insulin (100%ig vom Rind - wir verwendeten das PZI aus
England, weil es damals das einzig verfügbare war) erreichten wir, dass wir
Popcorns Insulinbedarf von 32 IE täglich
auf 12 IE und weniger senken konnten, mehrere Jahre lang.
Hier nun ein Bericht über angebliche „Insulinresistenz”.
Es gibt viele Insulinsorten auf dem Markt. Viele
von uns hatten ihren größten Erfolg mit dem PZI (100% vom Rind). Anmerkung
des Übersetzers: In Deutschland kann
man es mit einem Rezept des Tierarztes über jede Apotheke aus England
bekommen. Es ist allerdings sehr teuer.
Wirkliche Insulinresistenz ist selten. Aber eine
Katze kann den Anschein erwecken, „insulinresistent” zu sein. Nach „Ettinger´s
Textbook” sollten folgende Möglichkeiten überprüft werden:
Anmerkung des Übersetzers: „Ettinger’s Textbook of Veterinary Internal
Medicine” ist ein bekanntes Sachbuch für
Tierärzte in den USA
Das
Insulin ist nicht mehr wirksam.
Das
Insulin ist verdünnt.
Fehler
bei der Insulinverabreichung
Falsche
Insulinmenge
Somogyi-Effekt
(sehr wichtig – lies mehr über
Somogyi bei www.gorbzilla.com , deutsche Übersetzung liegt vor)
Es
wird nicht oft genug Insulin verabreicht (die meisten Katzen brauchen täglich
zwei Insulingaben)
Das
Insulin wird schlecht aufgenommen ( besonders bei Ultralente-Insulinen)
Zu
viele Antikörper gegen Insulin
Die
Katze hat eine Infektion
Akromegalie
oder Cushing-Syndrom
Schilddrüsenüberfunktion
Niereninsuffizienz
Leberinsuffizienz
Herzinsuffizienz
Chronische
Bauchspeicheldrüsenentzündung
Exokrine
Pankreas Insuffizienz (EPI)
Beim Verabreichen der Insulininjektionen sollte
man nicht ins Genick der Katze
spritzen. Die Absorption ist umso besser, je näher man am Körper Richtung
Bauch spritzt.
Mein Kater Popcorn hatte chronische Pankreatitis
und chronisches Nierenversagen (CRF). Trotz dieser Krankheiten schafften wir
schließlich eine Regulierung, also gib die Hoffnung nicht auf!
Wir probierten verschiedene Insulinsorten aus:
Ultralente, NPH, Lente, PZI vom Schwein/Rind und ein 70/30er Insulin. Schließlich
hatten wir Erfolg mit PZI ,100% vom Rind, aus England.
Für eine Regulierung sind strikte Futterpläne
wichtig. Einige glückliche Katzen können den Tag über frei gefüttert werden.
Die anderen brauchen jedoch feste Futterzeiten. Popcorn durfte zwischen seinen
Mahlzeiten und Insulinspritzen kein Krümelchen Futter haben. Seine
Blutzuckerwerte schossen davon nur so in die
Höhe. Wir brauchten eine lange Zeit, um das herauszufinden, aber dann
war es eine wichtige Erkenntnis für uns.
Wir fanden auch heraus, dass jegliches
Trockenfutter (es enthält viele Kohlenhydrate) seine Blutzuckerwerte dramatisch
erhöhte. Popcorn hatte auch gerade nach dem Essen hohe Blutzuckerwerte, und
gleichzeitig begann das verabreichte Insulin nur sehr langsam zu wirken.
Deswegen mussten wir sein eigentliches Insulin durch Gaben von Altinsulin ergänzen.
Es macht auch einen großen Unterschied, ob man
Purina DM (in Deutschland bis jetzt nicht
erhältlich) bzw. eine andere Diät mit
hohem Eiweißgehalt füttert. Wenn man das Futter mit hochqualitativem
Eiweiß ergänzt (Ei, gekochte Pute, Hühnerfleisch), werden die Blutzuckerwerte
niedriger. Je höher der Eiweißgehalt ist, desto niedriger sind die
Blutzuckerwerte. Je höher der Kohlenhydratanteil ist, desto höher sind die
Blutzuckerwerte.
Bevor du den Eiweißanteil des Futters erhöhst,
solltest du dich allerdings vergewissern, dass deine Katze eine normale
Nierenfunktion hat.
Bei Katzen mit guter Nierenfunktion können auch
Chrompräparate helfen, den
Blutzuckerspiegel zu senken.
Falls du es nicht schon tust, empfehle ich dir
dringend, mit dem Hometesting zu
beginnen, d. h. du misst mit Hilfe eines Glukometers selber bei deiner Katze
regelmäßig die Blutzuckerwerte (lies dazu Näheres bei www.gorbzilla.com
).
Der Regulierungsprozess wird dadurch beschleunigt und rettet vielleicht das
Leben deiner Katze.
Ich hoffe, ich konnte dir helfen!
Melissa
& Popcorn (GA)