Mini –FAQ zum Thema „Somogyi-Effekt”
Dieser
Mini-FAQ will eine einführende Information zum Thema „Somogyi-Effekt” geben.
Ebenso werden Anzeichen aufgezählt, auf die man achten sollte, und drittens
werden Möglichkeiten beschrieben, wie man testet, ob bei der diabetischen Katze
wirklich ein Somogyi-Effekt aufgetreten ist. Diese Information ist auf keinen Fall als Ersatz für die Beratung
durch einen Tierarzt gedacht. Besprich bitte alle klinischen Veränderungen,
die du bei deiner Katze beobachtest, mit deinem Tierarzt.
Was
genau ist der Somogyi-Effekt?
Kurz
gesagt:
Dieser Ausdruck beschreibt den Vorgang, mit dem der Körper auf zu niedrige
Blutzuckerwerte oder auf ein zu schnelles Absinken der Blutzuckerwerte reagiert.
Wenn der Körper spürt, dass die Glukosewerte zu schnell fallen oder zu niedrig
werden, schützt er sich durch Ausschüttung von Glukagon aus der Leber. Dadurch
werden die Blutzuckerwerte erhöht. (Übernommen aus dem Glossar des FDMB)
Schwieriger
ausgedrückt:
Es ist eine Hyperglykämie (Überzuckerung), ausgelöst durch eine Hypoglykämie
(Unterzuckerung). Wenn der Körper zuviel Insulin erhält, versucht er sich zu
schützen. Er reagiert mit Freisetzung von Glukose (Glukagon) aus der Leber und
durch Ausschüttung einiger anderer kontrainsulinärer Hormone, die eine
Hyperglykämie herbeiführen. ( Anmerkung
des Übersetzers: kontrainsulinär heißt: Gegenspieler des Insulins)
Der
Somogyi–Effekt muss nicht unbedingt durch eine richtige Hypoglykämie (Unterzuckerung)
ausgelöst werden.
Das ist wichtig. Es reicht schon, dass der Körper denkt,
dass die Blutzuckerwerte zu schnell
fallen und dass eine Hypo droht.
Als Antwort wird Glukagon freigesetzt, und die Zuckerwerte steigen.
Grundsätzlich
ist also der Somogyi-Effekt ein Selbstschutz des Körpers gegen eine
Unterzuckerung (Hypoglykämie).
Woher weiß ich, ob meine diabetische Katze vom Somogyi-Effekt betroffen ist?
Der
Somogyi-Effekt ist sehr schwer nachzuweisen. Deshalb meinen viele Mediziner,
dass er nicht sehr oft vorkommt. Meine eigene Erfahrung und die von anderen Katzenhaltern,
mit denen ich darüber gesprochen habe, lassen mich jedoch annehmen, dass er
viel häufiger auftritt als man vermutet.
1.Anzeichen:
Durchweg höhere Preshot–Werte und auch sonst höhere Werte als üblich
(Anmerkung des Übersetzers: Wenn du
bei deiner Katze selber mit einem Glukometer den Blutzucker misst, machst
du Hometesting. Preshot-Werte sind die Blutzuckerwerte, die du vor der
Insulingabe misst.)
Höhere
Preshot-Werte können jedoch auch Anzeichen für eine Infektion, für Probleme
bei der Insulinaufnahme oder für Insulinmangel sein. Dieser Hinweis ist also
ziemlich allgemein, aber höhere Preshot-Werte sind auf jeden Fall ein wichtiges
klinisches Signal, die Katze genauer zu beobachten. Du musst nicht gleich den
Somogyi-Effekt vermuten, wenn deine Katze mal einen schlechten Tag hat und
dir einen Preshot-Wert in den 500ern präsentiert – eine Katze ist eben eine
Katze. Aber Blutzuckerwerte, die nach und nach immer höher werden, solltest du
im Auge behalten.
2.Anzeichen:
Sehr schnell fallende Blutzuckerwerte. Kürzlich vermuteten wir den
Somogyi- Effekt, als wir einen Preshot-Wert in den hohen 500ern hatten. Vorher
hatten wir einen Preshot-Wert in den 300ern gehabt. Wir testeten abends bei +2 (zwei
Stunden nach der Insulingabe), und die Blutzuckerwerte waren innerhalb von zwei
Stunden von 561 auf 275 gefallen. Fast 300 „Punkte” weniger in so kurzer
Zeit - viel zu schnell für das langsam wirkende Insulin, das wir spritzten.
Wie
viel dürfen die Blutzuckerwerte denn fallen? Was ist zu viel?
Das
ist bei jeder Katze verschieden - wie alles andere bei Diabetes auch.
In
unserem Fall waren über 200 „Punkte” weniger innerhalb der beiden ersten
Stunden zu viel. Der Körper des Katers reagierte durch Ausschüttung
von Glukagon. Insulin beginnt innerhalb von 2-3 Stunden
zu wirken. Ein Abfall von
ungefähr 100 Punkten in einer Stunde um diese Zeit ist schon
relativ hoch, aber gerade noch zu tolerieren. Danach sollten die
Werte deutlich weniger fallen.
3.Anzeichen:
Eine Hypoglykämie (Unterzuckerung). Der Grund dafür ist eigentlich
immer zu viel Insulin. Eine Hypo ist ein Warnzeichen, das leider oft zu spät
kommt.
Man
glaubt, dass viele Katzen nach einer Hypo empfindlicher auf Insulin reagieren.
Darum wird üblicherweise empfohlen, in den ersten Tagen nach der Hypo die
Insulindosis zu verringern. Wenn diese Reduzierung nicht erfolgt und dieselbe
Insulinmenge wie vorher gegeben wird, kann die Katze erneut eine Hypoglykämie
bekommen oder der Körper reagiert mit dem Somogyi-Effekt, um die drohende Hypo
zu verhindern.
4.Anzeichen:
Flache Blutzuckerprofile (Kurven) Wenn dir höhere Preshot-Werte
auffallen und du den Somogyi-Effekt vermutest, solltest du mindestens ein
Tagesprofil (Blutzuckerkurve) machen, um zu sehen, was da wirklich abläuft. Wenn
der Somogyi-Effekt über einen längeren Zeitraum auftritt, kann die Folge sein,
dass der Körper eine Zeitlang insulinresistent wird (erinnere dich, der
Körper versucht sich gegen den zu schnellen Abfall der Blutzuckerwerte zu schützen,
indem er Glukagon ausschüttet). Egal wie oft du misst, siehst
du plötzlich nur noch hohe
Blutzuckerwerte.
Hier
ist ein Beispiel für eine Somogyi-Kurve (mehr Beispiele findest du auf der
Seite
http://petdiabetes.org/somogyi.htm)
PS
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+4
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+4
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+8
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+10
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Wie
teste ich auf Somogyi-Effekt, und wie behandele ich ihn?
Die
Antwort auf Somogyi-Effekt ist weniger
Insulin, nicht mehr. Das ist wirklich verwirrend. Denn gewöhnlich
erfordern hohe Blutzuckerwerte mehr Insulin. Beim Somogyi-Effekt bekommt der Körper aber schon, wie oben
beschrieben, zuviel Insulin. Wenn du wissen willst, ob bei deiner Katze die
hohen Blutzuckerwerte auf dem Somogyi-Effekt beruhen, musst du die Insulindosis verringern.
Doch
jede Katze ist anders, deshalb wird auch die Menge der reduzierten Dosis von
Katze zu Katze unterschiedlich sein. Du solltest das gesamte klinische Bild
deiner Katze in die Entscheidung mit einbeziehen und die Änderung der
Insulindosierung mit deinem Tierarzt besprechen. Zuerst musst du durch einen
Tierarztbesuch ausschließen, dass deine Katze nicht an einer Infektion leidet.
Du willst schließlich nicht bei einer Katze die Insulindosis verringern, die
anstatt Somogyi-Effekt eine Infektion hat. Sammle auch soviel Blutzuckerwerte (Tagesprofile
oder Stichprobenwerte) wie möglich, so dass du dir keine Sorgen zu machen
brauchst, dass deine Katze eventuell mehr Insulin braucht.
Zur
Erinnerung:
Wenn du höhere Blutzuckerwerte als sonst misst und/oder die Insulindosis verringerst, ist es angebracht,
noch gewissenhafter auf Ketone zu
achten (auf unseren Seiten über Ketone findest du darüber mehr Informationen)
Wenn du die Insulindosis wesentlich reduziert hast und genug Zeit verstrichen ist, dass der Körper sich auf die neue Dosierung einstellen konnte- und wenn dann die Blutzuckerwerte niedriger werden, kannst du ziemlich sicher sein, dass es der Somogyi-Effekt war.
Vielleicht
kommst du im Laufe der Zeit zur alten Insulindosis zurück- aber denk dran: lass
es langsam angehen, erhöhe nur nach mehreren Kurven (Tagesprofilen) und dann
auch nur in kleinen Schritten wie 0,25 IE oder 0,5 IE. Das ist der Schlüssel
zum Erfolg!